Neue Eindrücke


<p>Die frühen 1840er Jahre, nach der glückhaft errungenen Heirat mit Clara Wieck, bildeten vermutlich die glücklichste Zeit im Leben Robert Schumanns – eine Zeit, auch großer Produktivität. Dem mirakulösen Liederjahr 1840 schloss sich im Folgejahr der sinfonische Durchbruch mit der „Frühlingssinfonie“ op. 38 an, dem 1842 ein Kammermusikjahr folgte. In dieser Periode hebt die nunmehr sechste Einspielung des Klavierduos Eckerle in der Reihe mit vierhändigen Bearbeitungen von Werken Schumanns an, die entweder vom Komponisten selbst oder doch durch ihn autorisiert entstanden. Noch im selben Jahr des inspirierenden Erfolgs seines sinfonischen Erstlings vollendete Schumann Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52, das nach Umarbeitungen 1847 als vierhändiges Arrangement des Komponisten (und seiner Frau Clara) erschien. Dem Klavierduo Eckerle gelingt es hier wie in dem Arrangement der späteren Konzertouvertüre op. 100 zu Schillers Drama „Braut von Messina“ aus der Feder des Leipziger Komponisten Heinrich Enke, die jähen dynamischen Akzente und dramatischen Verläufe lebendig werden zu lassen. Das Jahr 1841 markiert auch den Schaffenskeim des einzigen Klavierkonzerts Schumanns. Sein op. 54 erfuhr mit dem Arrangement von August Horn eine kongeniale „Umsetzung“ auf vier Hände, die allerdings auch – im Gegensatz zu anderen Konzertarrangements – die technischen Fähigkeiten der zeitgenössischen Liebhaber überstiegen haben dürfte. Das Klavierduo Eckerle weist hier in souveräner und überlegter Manier nach, dass die den Hörgewohnheiten ungewohnte, ja widersprechende Konzentration auf nur ein Instrument den Qualitäten dieses Meisterwerkes keineswegs abträglich ist. Auch diese Einspielung mit eigenen autorisierten Klavierbearbeitungen lässt wiederum bekannte und populäre Werke Schumanns in ganz neuem „Licht“ erscheinen. In der nur scheinbar „eindimensionalen“ Reduktion auf 88 Tasten offenbaren sie Neues, bisher möglicherweise Ungehörtes; Stimmen erhalten ungewohnte Gewichtungen, melodische Verläufe offenbaren sich nicht selten genauer – das ansprechende, auf höchste Genauigkeit und Ausgewogenheit angelegte vierhändige Klavierspiel des Duos erweist sich immer wieder als eine wie im Klang reliefartig sich ausprägende Strukturierung des sinfonisch Hörgewohnten. Zusammen mit dem informativen Textheft bietet auch diese CD neue Eindrücke des kompositorischen Genius Schumanns und eine faszinierende Sicht auf eine leider verloren gegangene Breite des vierhändigen Klavierspiels, dem Schumann selbst so gerne frönte. </p>