Sinfonisches und Konzertantes für 4 Hände


<p>Robert Schumanns pianistische Anfänge waren die des bravourösen Solisten. Doch der kammermusikalische Aspekt des Vierhändigspiels, der Lupen-Effekt durch die erzwungene Konzentration, die Möglichkeit bzw. das Erfordernis anderer und gleichwertiger klanglicher Gestaltung ließ Schumann bald sich dieser Besetzung zuwenden – als Komponist wie als begeisterter „Vierhändigspieler“. Insoweit liegt es nahe, zahlreiche seiner Werke „zu viert“ anzugehen, zumal Schumann einige der Bearbeitungen noch selbst verfertigt bzw. ihre Erstellung überwacht und autorisiert hat. Hierin ist das Motiv des Klavierduos Eckerle zu finden, Schumanns Orchester- und Kammermusikwerke in solchen Bearbeitungen, zumal in Weltersteinspielungen, neue Aspekte ihres musikalischen Faszinosums abzugewinnen.</p> <p>Für die Verbreitung eines Hauptwerks wie der C-Dur-Sinfonie op. 61 war die rasche Verfügbarkeit eines vierhändigen Klavierauszugs von großer Bedeutung. Schumann griff dabei auch in agogische Einzelheiten im Sinne einer partiellen Drosselung des Tempos ein. Das akribisch genaue, dynamisch außerordentlich variable Spiel des Duos vollzieht dies sehr sorgfältig nach, so dass gerade auch der Vergleich mit einer gleichwertigen Orchesteraufnahme zu einem spannenden Genuss wird. Ein „Highlight“ ist hier sicherlich die bravouröse, den Streicher- und vor allem den Holzbläserklang raffiniert evozierende Darbietung des Scherzos.</p> <p>Zwei Ouvertüren (zu „Genoveva“ op. 81 und zu „Julius Cäsar“ op. 128) in vom Komponisten autorisierten Fassungen gewähren einen klanglich und strukturell sehr klaren Eindruck von der dramatischen Bühnenkunst Schumanns.</p> <p>Die vierte CD dieser Reihe schließt mit einem Unikum, einem dem Hornkonzertstück op. 86 nachempfundenen „Duo für das Pianoforte zu 4 Händen“ von anonymer Hand aus dem Jahre 1864, wobei vermutlich eine zwei Jahre früher entstandene Bearbeitung von Joachim Raff als Anhalt diente, ohne allerdings deren stilistisch fragwürdige Zutaten zu wiederholen. Hier gerät das Werk notgedrungen ein wenig ins Perkussive, doch wird die „Verteilung“ der vier Hörner auf 88 Tasten im Spiel des Duos zum reinen Vergnügen.</p> <p>Auch im Verein mit dem informativen Textheft ist diese CD eine höchst lohnende Anschaffung, die eine neue und oft klärende „Hör“-Sicht auf Schumanns Werke ermöglicht.</p> <p>Die CD des Klavierduos Eckerle ist bei Naxos erschienen (Nr. 8.551377, 75:55 min) und ist im Fachhandel oder auch bei Volker Eckerle erhältlich (mail: Volker.Eckerle@t-online.de)</p>