Mit Raffinesse


<p>Robert Schumanns kompositorische Anfänge bewegten sich zwischen der Dämonie seiner „Kreisleriana“ (op. 16) und der Zartheit seiner „Arabeske“ (op. 18) – faszinierende Pole einer ganz neuen Klaviersprache. Als er „seine“ Clara 1840 endlich vor den Traualtar führen konnte, änderte sich vieles. Großformen traten in den Vordergrund, kompositorisches Renommée war notwendig, um eine wachsende Familie zu ernähren. Der rauschende Erfolg seiner 1. Symphonie B-Dur op. 38 1841 beflügelte ihn, so dass er wenig später seine d-Moll-Symphonie in Angriff nahm, die allerdings erst 1853, nach einer Umarbeitung, als seine „Vierte“ op. 120 erscheinen sollte. Unverzichtbare Voraussetzung für die Verbreitung und den Erfolg solcher Werke waren vor allem vierhändige Klavierauszüge. Bei Opus 38 war dies ein Gemeinschaftswerk des Ehepaars Schumann, bei Op. 120 erfolgte dies bis Ende 1852 durch den Komponisten alleine – dies ein Zeichen auch, dass er das Werk für abgeschlossen hielt.</p> <p>Das Klavierduo Eckerle durchmisst diese beiden Werke mit großer Klarheit und dynamischem Raffinement, so dass man als Hörer einen ganz neuen, durch die „entschlackende“ und konkretisierende Klangwirkung des Klaviers bestimmten Höreindruck der beiden Werke empfängt. Und die besonderen Momente der Sinfonien übertragen sich auch im Spiel des Duos: So lässt gegen Ende des Finales der B-Dur-Sinfonie ein aufsteigendes und verstärkt wiederholtes Motiv der Hörner – einem Lieblingsinstrument der Romantiker – dem eine grazile Flötenkadenz nachfolgt, den Fluss der Musik kurz innehalten – das Klavierspiel evoziert diesen besonderen Bläsermoment ganz unmittelbar. Wer etwa nicht wusste, dass hier die Hörner sprechen – den führt der Klavierklang auf die richtige Spur. Und den mitreissenden Schwung des Scherzos oder gerade des lebhaften Finales der d-Moll-Sinfonie, den das Duo am Klavier entfaltet, den sollte man schon einmal vernommen haben.</p> <p>Auch die fünfte CD dieser Reihe mit autorisierten Klavierbearbeitungen fängt den Geist Schumanns, wiederum den des Symphonikers, in sehr ansprechender Manier auf 88 Tasten ein. Zusammen mit dem informativen Textheft ist diese CD nicht nur Schumann-Enthusiasten zu empfehlen, sondern auch all jenen Neugierigen, die wohlbekannte Werke in einem ungewohnten, vielfach klärenden, indes aber autorisierten Klanggewand genießen möchten.</p> <p>Die CD des Klavierduos Eckerle ist bei Naxos erschienen (Nr. 8.551415, 60:20 min) und ist im Fachhandel oder auch bei Volker Eckerle erhältlich (mail: Volker.Eckerle@t-online.de)</p>